Wer nach außen schaut, träumt. Wer nach innen schaut, erwacht.
C.G. Jung

Gedanken zum Umgang mit der Corona-Krise

Wir alle sind durch die Corona-Pandemie mit unterschiedlich harten und schwierigen Lebensbedingungen konfrontiert - sei es in einem „systemrelevanten“ Beruf oder als (alleinerziehende) Elternteile, als Homeoffice-Worker*innen und/oder auch isoliert auf uns selbst zurückgeworfen.
- Wertschätzt du eigentlich deine außerordentlichen Leistungen?
- Welche Herausforderungen oder Chancen bietet dir diese Krise und wie nutzt du sie?

Nach über zwei Monaten Ausnahme- und Notsituation sehnen sich die meisten wieder nach Normalität. Doch was bedeutet „NORMalität“ eigentlich wirklich?
Wollen wir tatsächlich in den Wahn von Effektivität und Beschleunigung und in die exponentiellen Dynamiken des Finanz- und Wirtschaftssystems, der Zerstörung von Ökosystemen und der bereits beginnenden Klimakatastrophe zurück?
Möchtest du dein Leben wirklich genauso fortführen, wie du es vor der Corona-Krise geführt hast? Wenn es ein erfülltes und glückliches Leben war, ist es wunderbar und du kannst es sicherlich dankbar genießen.
Aber vielleicht warst du mit einigen Lebensverhältnissen - sei es privat, in deinen Beziehungen, mit dir selbst, im Beruf oder der Umwelt- unzufrieden oder gar unglücklich? Möchtest du vielleicht etwas (dauerhaft) anders machen?

Ich bin der Meinung, dass es gerade jetzt – in der Zeit der zunehmenden Lockerungen und langsamen Rückkehr ins „normale Leben“ - außerordentlich wichtig ist, besonders achtsam und aufmerksam mit sich zu sein und zu hinterfragen, was für das eigene Leben wirklich bedeutsam und wertvoll ist: Was einem selbst und anderen (und der Umwelt) gut tut. Was gesund ist und was nicht. Was die eigenen Werte sind. Was man sich wünscht für diese Welt und die kommenden Generationen.

Die Welt ist komplex

Zurzeit erhitzen sich viele Gemüter, die Stimmung in der Bevölkerung wird ungeduldiger und gereizter. Menschen suchen in dieser langanhaltenden Krise und des „Nicht-Wissens“ nach Erklärungen und halten sich an unterschiedlichen Theorien fest. Es wird wieder zunehmend in falsch oder richtig, weiß oder schwarz, gut oder böse gedacht und eingeteilt.

Doch unsere Welt ist viel komplexer und erfordert eine Erweiterung der Perspektiven, denn es gibt nicht nur eine Sicht auf einen Berg: Schau dir den Berg von allen Seiten an – es gibt unendlich viele Möglichkeiten, ihn zu besteigen!

Die derzeitige außerordentliche Situation fordert uns heraus, unsere Werte neu zu hinterfragen und neu aufzustellen: Qualitäten, wie z.B. wache Aufmerksamkeit, die eigene Sichtweise erweitern, gründliches Nachdenken und Faktencheck, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit, Zuversicht und Flexibilität, Achtsamkeit und Besonnenheit, sind jetzt im Umgang mit der Krise besonders gefragt.

Deine Einsichten und „Weisheiten“ aus dieser Corona-Zeit
Durch die letzten 9 Wochen Social Distancing hatten wir die Chance, auch über unsere Beziehungen und deren Gestaltung nachzudenken:

Wie lebst du bisher deine Beziehungen – zu deinem/er Lebenspartner/in, deinen Kindern und Enkelkindern, zu Freund*innen und Kolleg*innen und zu deinen Eltern und Geschwistern?

Und wie sieht deine Beziehung zu dir selbst aus? Gibt es vielleicht Rollen- und Verhaltensmuster, die du insbesondere während dieser Ausnahmesituation bei dir beobachtet hast?

Gibt es etwas, das dir gutgetan hat, das dich gestärkt und ausgeglichener gemacht hat, das du neu und als schön oder hilfreich für dich entdeckt hast? Vielleicht gibt es „Ressourcen“ und „Schätze“, die du dauerhaft in dein Leben bringen möchtest? Und anderes, was du womöglich nicht mehr brauchst und von dem du dich verabschieden möchtest? Wie kannst du weiterhin gut für dich sorgen und in eine verantwortungsvolle Gestaltungskraft kommen? Mit welchen Ressourcen nährst du deine Resilienz und Krisenfestigkeit?

Hilfreiche Anregungen aus der Resilienzforschung

Mit Resilienz wird eine „seelische Widerstandskraft“ bezeichnet, die Menschen befähigt, Herausforderungen und Belastungen in Krisenzeiten wirkungsvoll zu meistern. Einige Faktoren daraus können gerade jetzt sehr hilfreich sein:

Zuversicht und Vertrauen

In jedem Menschen ruhen innere Ressourcen, um Kräfte und Fähigkeiten zu mobilisieren, schwierige Situationen zu überwinden. Du hast in deinem Leben sicherlich schon die eine oder andere Krise gemeistert. Vergegenwärtige dir, wie du das geschafft hast, glaube an dich und vertraue auf die starke Wirkung von kleinen Schritten.

Akzeptanz und Verantwortung

Es gibt einen wunderbaren Spruch:
„Gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.“
Akzeptanz heißt, das anzunehmen und zu integrieren, was das Leben mit sich bringt. D.h. auch, unterscheiden zu lernen, was in meinen Einflussbereich fällt und was nicht. Ich bin für meine eigenen Gedanken, Gefühle und Taten verantwortlich und kann selbst entscheiden, ob und wie lange ich mich zum Beispiel als Opfer der Umstände sehe. Ich schränke mich selbst oder andere nicht mit Schuldzuweisungen ein. Ich darf Fehler machen – die anderen auch - und ich nehme mein Leben mit seinen vielen Optionen kreativ in die Hand.

Vernetzung und Beziehungen

Viele Menschen beschreiben, dass sie in der Zeit des Social Distancing zwar Umarmungen und körperliche Nähe sehr vermisst haben, dass sie jedoch ein anderes Gefühl von Verbundenheit erlebt haben und auch per Telefon oder Bildschirm sehr viel Nähe möglich war.
Wir sind soziale Wesen und brauchen qualitätsvolle Beziehungen, in denen jede/r so akzeptiert wird, wie sie/er ist - unabhängig davon, welche Sichtweisen auf die Dinge des Lebens vertreten werden, solange die Menschenwürde geachtet wird. Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, die getragen sind von Empathie und der Wertschätzung von Unterschiedlichkeiten, erzeugen Synergieeffekte und einen Energie- und Kraftzuwachs für alle Beteiligten.

Achtsamkeit und wache Präsenz

Besonders in Krisenzeiten ist es nicht einfach, ruhig und besonnen zu bleiben und besonders gut für sich zu sorgen. Doch mit einem kleinen Schuss Selbstdisziplin und der Frage: „Was bin ich mir wirklich wert?!“ ist es gar nicht so schwer.
Jeden Tag ein kleines bisschen Selbstwahrnehmung, Selbstachtung und innehalten – so gelingt es dir besser, bei dir und in deiner Mitte zu bleiben und dich nicht von Panikmache oder widersprüchlichen Erklärungstheorien verrückt zu machen. Unsere Welt ist sehr komplex und der Ausbruch der Coronapandemie lehrt uns, auch ein „Nicht-Wissen“ auszuhalten bzw. zuzulassen.

„In der Ruhe liegt die Kraft.“

Halte mindestens einmal am Tag inne und schließe gerne deine Augen. Lass' deine Gedanken ruhig in deinem Kopf weiter plappern und konzentriere dich auf deinen Atem. Nimm ihn bewusst war, ohne ihn zu verändern, und beobachte, wo überall du ihn in deinem Körper spüren kannst. Stelle dir vor, dass du dich bei jedem Ausatmen tiefer entspannst. Versuche, deinen inneren, ruhigen Wesenskern, der dich schon immer liebevoll und ganz still begleitet hat, wahrzunehmen und entspanne dich in diesen gegenwärtigen Moment hinein.

Ruhe und Besonnenheit hilft uns viel eher (als angstvolle Gedanken oder gar Verschwörungstheorien), unterschiedliche Optionen, Perspektiven und kreative Lösungsmöglichkeiten zu erkennen.
Höre oder schaue nur einmal am Tag Nachrichten.
Mache einen Faktencheck.
Meide Menschen, die dir Angst und Zweifel vermitteln und Energie ziehen. Konzentriere dich auf liebevolle, wertschätzende Beziehungen, die dir gut tun.
Sorge gut für deinen Körper und deine Immunabwehr.
Nähre deine psychische Widerstandskraft mit Achtsamkeit und Meditation, mit Natur und allem, was „Sahne für deine Seele“ ist.

Ich wünsche dir alles Gute,
liebe Grüße
Cordula Ziebell

Ich biete jetzt auch Online-Beratungen an.

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